Ute Naumann

Biologin und Naturpädagogin

Der Besuch der heimischen Kläranlage und die Faszination über den Mikrokosmos der Reinigungsstufen haben mich zum Biologiestudium geführt. Das Leben im Süßwasser, die Vielfalt und Systematik der Lebewesen und die ökologischen Zusammenhänge haben mich dabei besonders begeistert. Nach Forschungsjahren über Kieselalgen und Grundwasserbakterien habe ich über die Elternzeit meine Freude am pädagogischen Arbeiten entdeckt.

Heute schafft mir die lebendige, pädagogische Arbeit im Freien einen wunderbaren Kontrapunkt zu meiner Arbeit an hochregulierten, pharmazeutischen Prozessen, die ein faszinierendes Ökosystem einer ganz anderen Art darstellen.

Was mich beflügelt: Kinder! Musik, fremde Länder und ihre Sprachen, Bewegung in der Natur

Motivation

Meine Arbeit mit Kindern ist getragen von der Überzeugung, dass unmittelbare Naturerfahrung die Grundlage für eine ganzheitliche Entwicklung bildet. Jedes Kind bringt individuelle Talente und Stärken mit, die es im geschützten Rahmen entfalten kann. Über gemeinsames Spielen, Forschen und Entdecken möchte ich Kinder bewegen und für die Natur begeistern. Dabei ist es mir ein großes Anliegen, Diversität nicht nur zu akzeptieren, sondern zu schätzen und Inklusion im Alltag lebendig werden zu lassen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen, dass Naturerfahrungen die kindliche Entwicklung umfassend fördern. Eine Analyse von über 300 Studien zeigt, dass Natur sich u.a. positiv auf das Wohlbefinden, die Gesundheit, die Sachkompetenz, das Umweltwissen und die Selbstwahrnehmung von Kindern auswirkt (A. Raith, A. Lude: Startkapital Natur, oekom-Verlag 2014).

Die Vielfalt in der Natur – vom Leben im Boden bis zu den Veränderungen mit den Jahreszeiten – bietet unerschöpfliche Möglichkeiten für forschendes Lernen. Kinder erleben ökologische Zusammenhänge unmittelbar: Sie entdecken Tiere in ihren Winterverstecken im Totholz, finden Fraßspuren und Insektengallen an Blättern und erleben die Bedeutung der Pilze als Zersetzer. Naturwissenschaftliche Gesetze lassen sich praxisnah und erlebnisorientiert erschließen.

Ich möchte Kinder dafür sensibilisieren, ökologische Zusammenhänge nicht nur zu verstehen, sondern auch zu bewerten und daraus Handlungsoptionen für eine nachhaltige Lebensweise zu entwickeln. Über „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE, *siehe unten) können wir durch bewusstes Handeln heute einen Beitrag für eine gerechtere und lebenswerte Welt von morgen leisten.

Naturpädagogische Erfahrung

Mein Zugang zur naturpädagogischen Arbeit entwickelte sich über die Beschäftigung mit meinen beiden Kindern in der Natur und mit naturwissenschaftlichen Experimenten. Aus der Freude am gemeinsamen Entdecken habe ich, zunächst begleitend zum Alter meiner Kinder, Exkursionen im Waldkindergarten, AGs an der Grundschule, Ferienprogramme und Kurse für hochbegabte Kinder angeboten. Dazu kam später die ehrenamtliche Arbeit mit Kindern mit Förderbedarf. Je nach Alters- und Zielgruppe steht dabei Naturerleben, Experimentieren oder Wissensvermittlung im Vordergrund.

Meine laufende Ausbildung zum staatlich geprüften Waldpädagogen umfasst Grundlagen der Pädagogik, der Forstwirtschaft und der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE, *siehe unten). Im Rahmen des Ausbildung habe ich bereits eigenständig eine Vielzahl von Walderlebnistagen für Kindergärten und Schulklassen geplant und durchgeführt.

Qualifikationen

* BNE - Bildung für nachhaltige Entwicklung zur Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele

Im Jahr 2015 hat die Weltgemeinschaft die Agenda 2030 verabschiedet und damit 17 globale Nachhaltigkeitsziele, die Sustainable Development Goals (SDGs), für eine sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Entwicklung gesetzt. Die Agenda ist ein Fahrplan für die Zukunft, mit dem weltweit ein menschenwürdiges Leben ermöglicht und dabei gleichsam die natürlichen Lebensgrundlagen dauerhaft bewahrt werden.
(Quelle: „www.bundesregierung.de/breg-de/schwerpunkte/nachhaltigkeitspolitik/nachhaltigkeitsziele-erklaert-232174“ Stand 10.5.2025)